Energieschock am Golf | Der schwierige Weg zur Fusionskraft
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Freitag, 27.03.2026
Kathrin Witsch
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Reiche sendet widersprüchliche Signale in der Energiepolitik
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Energieschock am Golf
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Der schwierige Weg zur Fusionskraft
Liebe Leserinnen und Leser,
in dieser Woche konnte man glatt das Gefühl haben, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche gäbe es doppelt. Erst verkündete die CDU-Politikerin einen Extra-Schub für die Windkraft
– Anlagen mit zwölf Gigawatt zusätzlich sollen bis 2030 ausgebaut werden. So zumindest lässt sich die Aussage „Wir stehen klar zu den Ausbauzielen und geben insbesondere der Windenergie an Land bis 2030 einen zusätzlichen Boost von bis zu zwölf Gigawatt“ deuten. Details hat die Ministerin allerdings noch nicht genannt.
Man müsse akzeptieren, dass es „bis 2050 vielleicht eine Lücke von fünf oder zehn Prozent geben“ werde. „Wenn man strenge Ziele hat, bindet man sich selbst“, sagte die Bundeswirtschaftsministerin. Es sei „naiv“ zu glauben, Deutschland könne „einfach bei Wind und Sonne bleiben“ und dabei sowohl die Klimaziele erreichen als auch eine wettbewerbsfähige Industrie haben. Das ist ziemlich deutlich.
Die Aufregung darüber rückte auch deswegen etwas in den Hintergrund, weil Reiche noch eine andere Sache ankündigte: Sollte der Irankrieg weitergehen, drohten in Deutschland Ende April Benzin und Diesel knapp zu werden.
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Statt einen Weg zu finden, um das Land aus der Abhängigkeit fossiler Energien zu befreien, scheint die Bundesregierung insgesamt in die entgegengesetzte Richtung zu gehen. Nicht nur soll das Aus vom Verbrenner-Aus noch weiter aufgeweicht werden. Auch die umstrittenen Reformpläne der Wirtschaftsministerin für die Energiewende kamen in dieser Woche wieder aufs Tableau.
Die Ökostrom-Branche wirft der Regierung den „größten Angriff seit 15 Jahren“ vor. Anstatt die „gefährliche Abhängigkeit von Gas und Öl“ zu reduzieren, zementiere sie die Pläne. Ganz falsch ist das nicht.
Auch wenn es zweckmäßig ist, die EEG-Vergütung für kleine Solaranlagen abzuschaffen – so bald, wie im Entwurf der Wirtschaftsministerin vorgesehen, sollte sie nicht ersatzlos gestrichen werden. Der Gedanke dahinter ist zwar richtig: Betreiber solcher Anlagen sollen ihren Strom selbst vermarkten müssen. Das Problem ist aber, dass es quasi keine Anbieter für Privaterzeuger gibt. Regulatorische Hürden kommen auch noch obendrauf. Also alles wie immer.
Dass die deutsche Energiepolitik nur selten eine holistische Herangehensweise verfolgt, habe ich in der vergangenen Woche schon einmal dargelegt. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Herzliche Grüße
Ihre
Kathrin Witsch Teamleiterin Ressort Unternehmen und Märkte
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