in den USA notiert der marktbreite Index S&P 500 höher als vor Kriegsbeginn Ende Februar. Am Mittwoch und Donnerstag erreichte er sogar ganz neue Höhen. Am Donnerstag stieg auch der japanische Nikkei-Index auf einen Höchststand, ebenso der Weltindex MSCI World. Die Gründe für diese Rekordjagd sind komplexer, als es auf den ersten Blick scheint.
Ein Grund ist, dass Investoren die Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA als Zeichen werten, dass der Krieg unmittelbar enden könnte. Entsprechend richten sie ihre Portfolios aus, erklärt der unabhängige Analyst Ed Yardeni: „Die Anleger fürchten, den Frieden im Nahen Osten zu verpassen.“ Denn die Historie zeigt, dass durch geopolitische Schocks ausgelöste Kurskorrekturen am Aktienmarkt meist Einstiegschancen waren. In der Regel folgte eine dynamische Erholung.
Das jüngste Beispiel ist der Zollstreit im April vergangenen Jahres. Damals zeigten die Aktiencharts der großen Indizes nach dem kurzen Einbruch eine V-förmige Kurserholung, an die sich eine weitere Rally anschloss. Zwar ist ein Krieg nicht vergleichbar mit einem Zollstreit, aber der Kursverlauf ist bislang ähnlich.
Wie stark sich die Erwartung der Investoren verschoben hat, zeigt die Prognoseplattform Polymarket. Ende März lag dort die Wahrscheinlichkeit für ein Ende des Irankriegs bis Ende April bei rund 30 Prozent, mittlerweile sind es fast 90 Prozent. Im Zuge dessen verlor auch der US-Dollar an Wert. In unsicheren Zeiten gilt er als Rückzugsort für Investoren.
Gestauter Schiffsverkehr in der Straße von Hormus (Foto: Altaf Qadri/AP/dpa)
Stresstest für die Schwellenländer
Mehr als 70 Milliarden Dollar haben internationale Investoren im März aus den Emerging Markets abgezogen – so viel wie seit sechs Jahren nicht mehr. Die Abflüsse betrafen vor allem die asiatischen Schwellenländer mit Ausnahme Chinas.
Noch zu Beginn des Jahres zählten die Emerging Markets zu den großen Gewinnern unter den globalen Kapitalmärkten. Im Februar hatten die Investoren dort gut 22 Milliarden Dollar neu investiert, und im März vor einem Jahr summierten sich die Zuflüsse auf rund zehn Milliarden Dollar.
Doch der Krieg im Iran zeigt die Anfälligkeit der Schwellenländer gegenüber einem rasanten Anstieg der Energiepreise und einem stärkeren Dollar. „Die Geschwindigkeit der Umkehrung ist besonders bemerkenswert, da die Schwellenländer den Schock aus einer Position ungewöhnlicher Stärke heraus erlebten, mit außergewöhnlich großen Zuflüssen im Januar und immer noch positiver Gesamtnachfrage im Februar“, heißt es in einem Bericht der Großbankenlobby Institute of International Finance (IIF).
Zinserhöhung in zwei Wochen wird unwahrscheinlicher
Waren und Dienstleistungen Euro-Raum haben sich im März um durchschnittlich 2,6 Prozent verteuert im Vergleich zum Vorjahresmonat. In einer vorläufigen Schätzung des EU-Statistikamts war von 2,5 Prozent die Rede. Noch im Februar hatte die Teuerungsrate mit 1,9 Prozent unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent gelegen.
Das die Inflation im Euro-Raum sprunghaft zugelegt hat, liegt am Anstieg des Ölpreises infolge des Nahost-Krieges. Laut EZB-Chefin Christine Lagarde ist die Zentralbank bereit zu handeln, wenn es die Datenlage erfordere. Es gehe darum, die Folgen hoher Öl- und Gaspreise für die Wirtschaft genauer zu bewerten, sagte EZB-Chefvolkswirt Philip Lane in Washington. „Aber zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine entscheidenden Informationen.“
Investoren haben inzwischen umgeschwenkt und erwarten nun, dass die EZB die Leitzinsen vorerst unverändert lässt. Der nächste Beschluss des EZB-Rats steht am 30. April an.
Immobilien: Wie entwickeln sich Wohnungspreise und Mieten? (Foto: dpa, Illustration: Ben Mendelson)
Mieten legen deutlich zu
Wohnen ist in Deutschland im ersten Quartal in vielen Fällen teurer geworden. Das zeigt der Immobilienpreisindex von Empircia Regio, der dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.
Demnach stiegen die Preise für Neubauwohnungen in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,6 Prozent. Pro Quadratmeter wurden im Schnitt 5175 Euro fällig.
Noch stärker legten die Mieten für Neubauten und Bestandswohnungen mit einem Plus von 3,5 beziehungsweise 9,4 Prozent zu. Die Preise für neue Häuser sanken leicht.
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Was heute für Anleger wichtig ist
Börse Asien: Der japanische Nikkei-Index gab um 1,0 Prozent auf 58.931 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix notierte 1,1 Prozent niedriger bei 3771 Punkten. Die Börse Shanghai verlor 0,2 Prozent auf 4048 Stellen. Der CSI-300-Index fiel um 0,1 Prozent auf 4.731 Punkte.
State Street: Der US-Finanzdienstleister legt Zahlen zum ersten Quartal vor. Nach einer Kursrally in der ersten Aprilhälfte hat die Aktie von State Street laut Datenanbieter LSEG fast das mittlere Ziel der Analysten bei 148 Dollar (125 Euro) erreicht. In den USA legt auch Ally Financial Quartalszahlen vor.
Ericsson: Mit Ericsson legt einer der führenden Anbieter für Telekommunikationsausrüstung aus Schweden Zahlen zum ersten Quartal vor. Nach einem starken Frühjahr liegt die Aktie über dem mittleren Kursziel der Analysten von 95 Kronen (8,80 Euro). Autoliv aus Schweden legt ebenfalls Zahlen vor.
Hauptversammlungen: Drei internationale Konzerne halten ihre Jahreshauptversammlung ab: das Modehaus Hermès aus Paris, die Großbank Erste Group aus Wien und der US-Flugzeugbauer Boeing.
Fed-Notenbanker: Angekündigt sind Reden der US-Notenbanker Christopher Waller aus dem Vorstand der Federal Reserve (Fed) sowie Tom Barkin, Präsident des Fed-Ablegers in Richmond.
Abschluss beim IWF: Die Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington endet. Zum Abschluss gibt IWF-Präsidentin Kristalina Georgiewa eine Pressekonferenz. Bei einer Podiumsdiskussion spricht unter anderem der türkische Finanzminister Mehmet Simsek über die Perspektiven der Schwellenländer in einer fragmentierten Welt.
Milliarden Euro will Mercedes seinen Aktionären in diesem Jahr an Dividenden überweisen. Die Ausschüttungsquote ist trotz der Krise bei dem Autobauer überdurchschnittlich.
Die besten Mischfonds, sortiert nach Performance drei Jahre. Datum: 17.04.2026
Fondsname / ISIN
Monega ASVK Subst&Wachst
DE000A0M13W2
Performance
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136,28
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1741 FUND Plutos Gold Strat+
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1741 FUND IAMF Check BW I
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Fondsname / ISIN
1741 FUND Malachit Em Mkt+
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Die Auswahl der Fonds erfolgt durch den Infront Funds Service.
Divid-Ende
Krisen und Kriege machen die langfristige Geldanlage immer schwieriger. Einzelnen Superreichen gelingt es dennoch seit Jahrzehnten, beachtliche Vermögen zu wahren. Davon können auch Privatanleger profitieren. Eine Anleitung zum Vermögensschutz.
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