die italienische Großbank Unicredit eskaliert den Übernahmekampf und droht der Commerzbank mit dem Austausch ihrer Führung: „Sollte Unicredit auf der Hauptversammlung ausreichende Unterstützung durch Aktionäre erlangen, wäre sie in der Lage, sämtliche Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat zu wählen, der seinerseits für die Bestellung des Vorstands zuständig wäre“.
Die Mailänder Bank glaubt, dass dies die „Umsetzung einer Strategie unterstützen würde, die die von Unicredit identifizierten strategischen Wertschöpfungsmöglichkeiten nutzt, die die Commerzbank insbesondere in Deutschland stärkt und transformiert.“ Bereits im April hatte Unicredit-Chef Andrea Orcel angekündigt, die Commerzbank nach einer Übernahme grundlegend umzubauen. Unter anderem sollen das Auslandsnetz ausgedünnt und 7000 Vollzeitstellen in Deutschland gestrichen werden.
Die Commerzbank-Führung um Vorstandschefin Bettina Orlopp lehnt dies strikt ab. Zudem verwies Orlopp darauf, dass Unicredit damit eine Vereinbarung der Commerzbank mit der Bundesregierung ignoriere, die mit rund 13 Prozent zweitgrößter Aktionär ist. „Solange die Bundesregierung Anteile hält, hat sie das Anrecht, zwei Anteilseignervertreter vorzuschlagen“, betonte Orlopp.
Bis zu 14 Prozent Rendite mit Robo-Advisor. (Foto: Getty Images)
Robo-Advisors schlagen den breiten Markt
Digitale Vermögensverwalter haben im vergangenen Jahr den breiten Aktienmarkt teilweise deutlich überrundet. Sogenannte Robo-Advisor kamen 2025 mit offensiven Strategien, die vollständig in Aktien investieren dürfen und keinen Nachhaltigkeitsschwerpunkt setzen, vor Verwaltungsgebühren auf eine durchschnittliche Rendite von 10,2 Prozent. Das ist ein Ergebnis einer jährlichen Auswertung des Beraterhauses Fondsconsult, die dem Handelsblatt exklusiv vorab vorliegt.
Zum Vergleich: Der globale Aktienindex MSCI All Country World (ACWI) erzielte 2025 in Euro eine Rendite von 7,9 Prozent. In dem insgesamt guten Aktienjahr 2025 haben viele Robo-Advisors unter anderem vom Goldanteil in ihren Portfolios profitiert. Die höchste Jahresrendite unter den untersuchten offensiven Portfolios erzielte Ginmon. Die konventionelle Strategie des ETF-basierten Anbieters gewann im vergangenen Jahr 14,3 Prozent an Wert.
Bundesbankpräsident Joachim Nagel traut der Entspannung im Nahen Osten nicht. Man müsse sehen, „wie belastbar das ist“, sagt Nagel bei der Finanzkonferenz Euro Finance Summit in Frankfurt über die Aussicht auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und Iran. „In 60 Tagen kann aus geldpolitischer Sicht viel passieren.“
Tatsächlich bewegt sich so einiges. Die Inflationsrate in der Euro-Zone entfernt sich mit 3,2 Prozent im Mai so schnell vom Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), dass die EZB vergangenen Donnerstag erstmals seit drei Jahren die Leitzinsen erhöht hat. Marktteilnehmer und Analysten setzen darauf, dass die EZB bei einer der kommenden Sitzungen nochmals nachlegen wird. Die Inflationsrisiken seien jedenfalls nicht gebannt, sagt Nagel: „Selbst wenn die Meerenge von Hormus demnächst wieder befahrbar sein sollte, wird es Monate dauern, bis sich das Ölangebot wieder normalisiert.“
US-Finanzminister Scott Bessent (Foto: Getty Images via AFP)
Die Risiken für die US-Staatsfinanzen steigen
Höhere Zinskosten und eine immer kurzfristigere Schuldenaufnahme könnten die USA in eine Schuldenspirale führen. Unmittelbar vor dem ersten Zinsentscheid unter Kevin Warsh als US-Notenbankchef deutet die US-Ratingagentur Scope deswegen in einer Studie, die dem Handelsblatt exklusiv vorab vorliegt, eine mögliche Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit an.
Warsh steht unter Druck: Die Trump-Regierung will Zinssenkungen, Ökonomen und Investoren erwarten von der Fed aber im Laufe des Jahres mindestens einen Schritt nach oben.
Der Schuldendienst würde für die USA dann noch teurer – zu einem Zeitpunkt, an dem Finanzminister Scott Bessent in kurzer Abfolge ungewöhnlich viele auslaufende Staatsanleihen refinanzieren muss. 30 Prozent der handelbaren Staatsschulden müssen Scope zufolge in den nächsten zwölf Monaten durch neue ersetzt werden. Steigen die Zinsen, würden sie teurer.
Bei Deutschlands größter Depotbank für unabhängige Vermögensverwalter, der V-Bank in München, sind Kundendaten abhandengekommen. „Wir können bestätigen, dass unsere Bank infolge eines Cyber-Angriffs auf einen externen IT-Dienstleister Ziel eines unbefugten Datenzugriffs wurde“, heißt es in einer Mitteilung.
Es handle sich um einen professionell durchgeführten kriminellen Angriff, bei dem Daten der V-Bank kompromittiert worden seien. Die Täter hätten aber zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf Konten gehabt: „Ein Abfluss von Geldern hat nicht stattgefunden.“
Die Münchener Bank hat sich auf die Führung von Depots für unabhängige Vermögensverwalter spezialisiert und wirbt damit, dass acht von zehn dieser Unternehmen die Dienste der V-Bank in Anspruch nehmen. Daneben zählen Family-Offices und Stiftungen zum Kundenkreis.
Kurz vor dem geplanten Börsengang eskaliert der Streit um den deutsch-französischen Panzerhersteller KNDS. Die Bundesregierung beharrt auf Vetorechten, die verhindern sollen, dass deutsches Wissen und geistiges Eigentum innerhalb des Konzerns nach Frankreich abfließen – und löst damit scharfe Kritik aus.
KNDS-Verwaltungsratschef Tom Enders fragt im Gespräch mit dem Handelsblatt: „Wollen wir wirklich Frankreich, mit dem wir seit vielen Jahrzehnten in zahlreichen Rüstungsprojekten erfolgreich zusammengearbeitet haben, wie China behandeln?“ Der Konflikt belastet auch den erhofften Börsenwert: Statt der ursprünglich angestrebten mehr als 20 Milliarden Euro wird KNDS inzwischen nur noch auf etwa 15 Milliarden geschätzt.
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Was heute für Anleger wichtig ist
Märkte in Asien: In Japan nahm der Leitindex Nikkei um 0,6 Prozent auf 69.702 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix fiel um 0,2 Prozent auf 3994 Zähler. Auch die Börse in Hongkong verzeichnete Verluste. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans notierte nach anfänglichen Gewinnen unverändert.
Japans Leitzins: Die Bank of Japan (BOJ) hob ihren Leitzins mit sieben zu einer Stimme auf den höchsten Stand seit 31 Jahren an und stellte weitere Schritte in Aussicht. Der kurzfristige Zins steige von 0,75 auf ein Prozent, teilte die Notenbank in Tokio mit. Damit reagieren die Währungshüter auf den Preisdruck, der durch die drastisch gestiegenen Energiepreise infolge des Krieges im Iran ausgelöst wurde.
Chinas Industrie: Neue Daten von der staatlichen Statistikbehörde zeigen, dass schwache Konjunkturdaten die Stimmung drücken. Während die Industrieproduktion im Mai mit einem Plus von 4,5 Prozent die Erwartungen übertraf, schrumpften die Einzelhandelsumsätze überraschend um 0,6 Prozent. Im April war die Kennzahl um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gewachsen und damit deutlich langsamer als noch zu Jahresbeginn.
ZEW-Barometer: Das Mannheimer Wirtschaftsinstitut veröffentlicht am Vormittag neue Zahlen zur erwarteten Konjunkturentwicklung in Deutschland. Nach Beginn des Irankriegs Ende Februar hatte sich die Stimmung unter den Befragten deutlich verschlechtert.
US-Importpreise: Am frühen Nachmittag veröffentlicht die US-Statistikbehörde Bureau of Labor Statistics neue Zahlen zu den Import- und Exportpreisen des Landes. Die Preisdaten werden damit einen Tag vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch bekannt.
Prozent der globalen Marktanteilsgewinne chinesischer Unternehmen in den vergangenen 20 Jahren gehen laut OECD auf staatliche Subventionen zurück. Europa arbeitet nun an einem Kurswechsel in der Chinapolitik – weil Bundesregierung und deutsche Wirtschaft umdenken.
Die besten Geldmarktfonds, sortiert nach Performance drei Jahre. Datum: 16.06.2026
Fondsname / ISIN
Deka Lux DekaLux-Geldm:USD
LU0065060971
Performance
Rücknahmepreis
Währung
14,67
95,40
USD
Vontobel US Dollar Money B
LU0120690226
Performance
Rücknahmepreis
Währung
14,52
162,75
USD
Deka Lux Deka FlexZins TF
LU0268059614
Performance
Rücknahmepreis
Währung
11,91
1016,39
EUR
Fondsname / ISIN
Federated ST USGovSec Inst S
IE0003334947
Performance
Rücknahmepreis
Währung
11,56
197,31
USD
Fondsname / ISIN
Federated Her Euro-Kurzl
IE0001475106
Performance
Rücknahmepreis
Währung
11,16
16,05
EUR
Die Auswahl der Fonds erfolgt durch den Infront Funds Service.
Divid-Ende
Deko fürs Büro, Profi-Kameras, Zeitungs-Abos, die Yogalehrer-Ausbildung oder gar das Lastenfahrrad von der Steuer absetzen? Tino Keller, Chef von Accountable, Anbieter einer Steuer-App für Selbstständige, sagt: „Wenn man gute Gründe und Belege hat, dann sollte man es probieren.“ Die Gefahr, dass das Finanzamt einen wegen versuchter Steuerverkürzung ins Visier nehme, sei in der Regel gering. Das Handelsblatt erklärt, wer was absetzen kann.
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