Lesen soll ja bekanntermaßen bilden. „Wer Bücher liest, schaut in die Welt und nicht nur bis zum Zaune“, soll schon Goethe gesagt haben. Da es aber nicht allein der Wissensvermehrung dient, sondern auch einfach Spaß machen kann, versuche ich, bei meiner jüngsten Tochter die Freude am geschriebenen Wort durch Vorlesen zu wecken.
Ich genieße es, sie in meinem Arm liegen zu haben, in der Hand ein Buch, und dann wechseln wir uns ab. Im Idealfall lesen wir Kinderbücher, die nicht nur ihr, sondern auch mir gefallen. Im Moment ist das „Im Düsterwald“ von dem amerikanischen Autor Avi. Es ist geistreich, spannend und einfach gut geschrieben.
Wir machen das abends so: Meine Tochter, gerade die erste Klasse beendet, liest einen Absatz – dann fahre ich mit einigen Absätzen fort, damit ihr Gedankenspiel geweckt wird. Freude bereitet es ihr in jedem Fall, macht neugierig und wirft jede Menge Fragen auf.
Etwa, wenn die Maus – neben einem Uhu und einem Stachelschwein einer der drei Hauptprotagonisten – im Gewölle des Uhus den Ohrring ihres Mäusefreundes findet. Was ist ein Gewölle? Fressen Uhus im wirklichen Leben tatsächlich Mäuse? Und stimmt es also gar nicht, dass der Uhu, wie er behauptet, die Mäusefamilie vor den Stachelschweinen beschützt?
Die Geschichte hinter der Geschichte vermag meine Tochter angesichts ihres Alters dagegen noch nicht zu erfassen. Geht es doch in diesem spannenden Kinderbuch auch um knallharte Wirtschaftsthemen. Wie etwa das Monopol des Uhus aufs Mäusefressen, Geopolitik im Wald, die Erschließung neuer Ressourcen und das Thema Kooperation, wenn sich die Maus mit dem Stachelschwein gegen den Uhu verbündet.
Wirtschaft kann so vielfältig sein. Das zeigen auch die zehn Wirtschaftsbücher, die unsere Redaktion in die Shortlist für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis dieses Jahres aufgenommen hat. Sie sind nicht minder spannend und umfassen ein noch deutlich weitläufigeres Themenspektrum. Einen entscheidenden Unterschied zum Kinderbuch gibt es. Ersteres eignet sich hervorragend zum Vorlesen, die Top 10 der Wirtschaftsbücher sind dagegen eher etwas zum Nachlesen.
Ihnen wünsche ich ein Wochenende mit spannender Lektüre, die Ihnen sowohl Freude bereitet als auch Ihren Wissensdurst stillt.
Wenn im Oktober zum 20. Mal der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis verliehen wird, bin auch ich bereits zum fünften Mal auf der Bühne dabei. Darum ist das für mich immer ein besonderes Projekt. In dieser Woche hat die Redaktion unter den mehr als 80 Einreichungen die zehn besten Bücher identifiziert, deren Autoren sich nun Hoffnung auf die Auszeichnung machen dürfen. Hier sind sie.
Früher war alles besser? Wer weiß, vielleicht wird es in Zukunft ja noch besser. In der Serie „Zukunftsgestalter“ porträtieren wir in den kommenden Wochen Unternehmen, die den Mut haben, die Dinge etwas anders zu machen. Den Anfang macht Axel Höpners Blick auf die Transformation des Stiftungskonzerns Körber.
Wenn meine Familie einen Freizeitpark besucht, sind die Rollen klar verteilt: Meine Kinder fahren Achterbahn, ich passe auf die Rucksäcke auf. Dabei kann man wunderbar Menschen beobachten. Das hat in dieser Woche auch Sebastian Dalkowski getan – und eine feinfühlige Betrachtung über die Deutschen verfasst.
Im Moment bauen viele Unternehmen Personal ab. Die Zahl arbeitslos gemeldeter Führungskräfte ist innerhalb eines Jahres um 14 Prozent gestiegen. Wie verkraften Chefs das? Und was können sie tun, um nicht dauerhaft in ein Loch zu fallen? Darüber hat Franziska Telser mit Christine Altstötter-Gleich gesprochen, einer der führenden Forscherinnen zu den Themen Selbstwert und Perfektionismus.
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Es gibt mittlerweile viele Orte in Deutschland, vor allem natürlich im ländlichen Raum, die ohne Supermarkt auskommen müssen. In diese Lücke will Tante Enso – und das mit einem ungewöhnlichen Konzept. Der Laden hat rund um die Uhr auf, aber nur, wenn die Kunden dafür zahlen. Kilian Harmening hat sich das mal genauer angesehen.
So viele Menschen wie nie zuvor besuchten in den vergangenen Sommern die Salzburger Festspiele. Auch in diesem Jahr scheint es, als würden die Menschen gerade in dieser immer schneller werdenden, von Technik geprägten Zeit Zuflucht suchen an einem Ort, der traditionsreicher kaum sein könnte. Worin liegt die Faszination? Der Frage ist Angelika Ahrens nachgegangen.
Seine Jugend hat Euan Blair in der Downing Street No. 10 verbracht – er ist der Sohn des britischen Ex-Premiers Tony Blair. Heute sagt er über diese Zeit: „Die Vorstellung, dass alles möglich ist, war sehr mächtig und nützlich für mich.“ Mit dieser Einstellung ist er zum erfolgreichen Unternehmer geworden. Darüber hat er mit Larissa Holzki für den Podcast Disrupt gesprochen – hier gibt es das Gespräch zum Nachlesen.
Wer Sayuri Loza an einer der Seilbahnstationen in El Alto trifft, könnte sie für eine Studentin halten. Eine zierliche, junge Frau mit ernstem Blick und langen Zöpfen. Doch geht man mit ihr über einen der belebten Straßenmärkte der zweitgrößten Stadt Boliviens, ist es, als begleite man einen Popstar. Wer ist die Frau, der Boliviens Politiker vertrauen?
Für viele Fahrer ist Elektromobilität noch eine Glaubensfrage. Marktführer Tesla wird wegen des missionarischen Eifers einiger Fans mitunter als „Kirche des heiligen St. Elon“ verspottet. Unser Testwagen der Woche, der Subaru Uncharted, ist so etwas wie der Gegenentwurf: keine Frage des Glaubens, sondern eine des Seins, sagt Lukas Bay.
Früher gab es Volksläufe und Stadtmarathons, Trainingsratgeber in Buchform oder Sportvereine mit ehrenamtlichen Trainern. Heute dominiert Social Media unter vielen Hobbysportlern als Informations- und Inspirationsquelle. Thorsten Firlus hat ein ABC der Trends erstellt, damit Sie schauen können, ob es sich lohnt, hinterherzulaufen.
Erst 55 Prozent abwärts und jetzt wieder 30 Prozent aufwärts. Was ist da los mit der SAP-Aktie? Das Unternehmen erfüllt aus Sicht vieler Analysten typische Merkmale einer Burggraben-Aktie. Was das bedeutet – und was mal wieder Warren Buffett damit zu tun hat, erklärt Ulf Sommer in seiner Kolumne.
Mehr Menschen denn je suchen nach Liebe und Kontakten – sind aber gleichzeitig zunehmend frustriert vom Onlinedating. Für Tinder ist das durchaus ein Problem. Nun glaubt die Onlinedating-Plattform, die Lösung gefunden zu haben. Nell Rubröder erzählt im Video der Woche, wie die aussehen soll.
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Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes und die Publizistin, Unternehmerin und Professorin Miriam Meckel die wichtigsten Themen aus Wirtschaft, Technologie und Politik. Sie geben freitags ungefiltert Einblick in ihre Woche, markieren Aufreger und Hoffnungsträger und wagen den Ausblick, was kommende Woche wichtig wird. Meckel & Matthes, ein Handelsblatt-Podcast: aktuell, persönlich, meinungsstark.
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