Emden wird neuer Marinehafen | Neue Aufträge für A400M
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Mittwoch, 30.09.2026
Markus Fasse
Fertigung von Boxer-Panzern bei KNDS: Die Industrie hätte gerne verbindliche Aufträge für die kommenden Jahre. (Archivbild: Sven Hoppe/dpa)
Liebe Leserinnen und Leser,
Panzer, Drohnen, Software – der Bedarf der Bundeswehr an neuen Geräten und Fähigkeiten ist groß. Anders als früher ist auch Geld für die Beschaffung da. Mit der „Bereichsausnahme“ für die Verteidigung stehen seit dem Haushaltsjahr 2025 theoretisch unbegrenzt Mittel zur Verfügung.
Das ist eine gute Nachricht für die Industrie, die schon länger „Planungssicherheit“ für ihre Investitionen fordert. Die Unternehmen hoffen auf jahrelange Lieferverträge mit garantierten Stückzahlen. Danach richten sich die Produktionskapazität, die Investitionen und der Personalbedarf.
Anders als in der zivilen Wirtschaft gibt es am Ende nämlich nur einen Kunden – den Staat. Der möchte einerseits zuverlässige Lieferanten, andererseits niedrige Preise. Aber auch immer mehr Flexibilität. Man ahnt schon: Alles wird nicht immer zusammengehen.
Zum Beispiel bei der großen Panzerbestellung der Bundeswehr, dem Projekt „Arminius“. Gemeint ist die Vollausstattung der „mittleren Kräfte“ des Heeres mit Radpanzern.
Der von Rheinmetall und KNDS in Gemeinschaft gebaute „Boxer“ soll in einem Dutzend Varianten geliefert und so als Schützenpanzer, Transporter oder Sanitätsfahrzeug eingesetzt werden. Nun ist die Frage, wie viele Fahrzeuge die Bundeswehr fest bestellt.
Die Industrie hatte gehofft, dass ein Großauftrag über 3000 Fahrzeuge bereits im Frühjahr erteilt wird. Nun wird die Bundeswehr frühestens bis Jahresende Boxer-Panzer im Gesamtwert von rund 25 Milliarden Euro verbindlich in Auftrag geben. Umgerechnet wären das etwa 1500 Fahrzeuge.
KNDS-Panzer, Mercedes-Logo: Wie viel Boxer-Panzer bestellt die Bundeswehr? (Foto: Getty Images, Mercedes, brckmnn [M])
Danach hält sich die Bundeswehr die Bestellung weiterer Boxer mit Rahmenverträgen offen. Hierbei soll es zwei Optionen geben: Die kleinere Option sieht eine zusätzliche Beschaffung im Wert von 30 Milliarden Euro vor, eine größere Option die Beschaffung im Wert von 50 Milliarden Euro. Umgerechnet würde damit die gesamte Bestellmenge zwischen rund 3000 und etwa 5500 Boxern schwanken.
Ein Grund: Die Militärs prüfen, einen Teil der Fahrzeuge durch autonome Systeme zu ersetzen. Denn anders als zu Beginn des Kriegs spielen Panzer in der Ukraine nicht mehr die entscheidende Rolle.
Planungssicherheit sieht in Zukunft anders aus
Klar ist: Die Industrie muss ihre Kapazitäten erhöhen. Die Frage ist nur, für welche Stückzahlen. So verhandelt KNDS seit dem Sommer mit Mercedes über die Nutzung oder die Übernahme des Van-Werkes in Ludwigsfelde bei Berlin. Mercedes will die Produktion seiner Transporter auslaufen lassen, KNDS könnte hier einen Teil der Boxer fertigen. Es geht auch um die Übernahme eines Teils der 1800 Beschäftigten.
Doch nun sind nach Informationen des Handelsblatts die Gespräche ins Stocken geraten. Ein Problem sollen die Unklarheiten sein, wie viele Boxer die Bundeswehr verbindlich kauft und wie viele der Fahrzeuge über Rahmenverträge gesichert werden. KNDS lässt mitteilen, dass man sich in konstruktiven Gesprächen befinde und der Kunde über Stückzahlen und Zeitpläne entscheide.
Es ist richtig, dass die Bundeswehr sich offenlässt, wie viele Panzer sie in Zukunft braucht. Denn das Konzept, Rüstungsgüter über die Skalierung einer einmal entwickelten Hardware zu produzieren, verliert an Bedeutung.
Das zeigt der Krieg in der Ukraine, wo mittlerweile Drohnen und Roboterfahrzeuge verstärkt in den vorderen Linien kämpfen. Diese Systeme werden aber im Takt von Tagen und Wochen weiterentwickelt und müssen nach einer Innovation schnell und in großen Stückzahlen produziert werden.
Das ist das Gegenteil von Planungssicherheit, die sich die Industrie wünscht. Aber es garantiert ebenjene Flexibilität, die wir in Zukunft für unsere Verteidigungsfähigkeit brauchen.
Mit besten Grüßen aus München
Ihr
Markus Fasse
Chefreporter Unternehmen
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Das größte Gewicht haben derzeit Palantir Technologies und CrowdStrike Holdings, gefolgt von Safran. US-Unternehmen bilden mit aktuell etwa 61 Prozent die größte Gruppe; französische und britische Unternehmen folgen mit rund zehn beziehungsweise fast acht Prozent.
Wir haben diesen ETF als Grundlage für unsere Grafik ausgewählt, um exemplarisch die Kursentwicklung der Rüstungsbranche zu zeigen. Erstmals aufgelegt wurde der ETF am 3. Juli 2023.
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