aktuell fehlen Schätzungen zufolge rund 1,4 Millionen Wohnungen in Deutschland. Es ist insbesondere dieser angespannte Wohnungsmarkt, der dafür sorgt, dass mehr Menschen kaufen wollen, statt zu mieten.
Interhyp-Chef Jörg Utecht rät deshalb dazu, nicht zu warten, sollten Interessierte jetzt ein Objekt gefunden haben, das für ihre aktuelle Situation passt. „Nur die größten Optimisten setzen jetzt auf ein mittelbar starkes Absinken der Zinsen“, sagt er im Interview mit dem Handelsblatt. Abzuwarten bleibe, ob die Bauzinsen durch den angekündigten Waffenstillstand im Iran-Konflikt wieder etwas nachgeben.
Zuletzt schlossen Kunden bei Interhyp, Deutschlands größtem Vermittler von privaten Baufinanzierungen, Kreditverträge mit zehnjähriger Festbindung im Schnitt zu 4,0 Prozent ab. Mit diesem Niveau rechnet Utecht auch in den kommenden Wochen.
Differenzierter ist die Lage bei den Immobilienpreisen. Während sie in einigen großen Städten wegen der fehlenden Bautätigkeit weiter steigen, stagnieren sie außerhalb der Metropolen seit Mitte vergangenen Jahres.
Immobilien werden trotz Preisrutsch kaum erschwinglicher
Der Erwerb von Wohneigentum bleibt für viele Erstkäufer in Deutschland trotz leicht gesunkener Preise kaum erschwinglich. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie des Analyse-Instituts Empirica und der Landesbausparkassen zu regionalen Ersterwerber-Potenzialen, die dem Handelsblatt vorab vorliegt.
Laut dem LBS-Empirica-Erschwinglichkeitsbarometer scheitert der Immobilienkauf vor allem am fehlenden Eigenkapital: 2025 konnten nur rund 5,7 Prozent der 30- bis 44-jährigen Mieterhaushalte diese Hürde aus eigener Kraft überwinden. Vor 15 Jahren waren es noch fast zehn Prozent.
„Die Ersparnisse waren schon immer der Engpassfaktor bei der Wohneigetumsbildung, aber im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat sich die Situation spürbar verschlechtert“, sagt Axel Guthmann, Verbandsdirektor der Landesbausparkassen. Es brauche nun die richtigen politischen Weichenstellungen, um dagegen anzusteuern.
Der Krieg im Iran hat die Kapital- und Energiemärkte weiter fest im Griff – und daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Die Ausschläge vom Mittwoch mit den stärksten Kursgewinnen für europäische Aktien seit vier Jahren könnten vor diesem Hintergrund übertrieben optimistisch wirken. Sie wurden aber nicht nur von fundamentalen Faktoren getrieben, sondern auch von der Marktmechanik.
Laut den Experten der britischen Bank Barclays hat ein sogenannter Short-Squeeze die Erholung kräftig beschleunigt. Hedgefonds haben sich seit Kriegsbeginn so stark gegen Verluste abgesichert wie seit der Pandemie nicht mehr. Kommt es stattdessen zu einer kräftigen Aufwärtsbewegung an den Börsen, müssen die Fonds einen Teil dieser Short-Positionen auflösen. Das verstärkt die Kursgewinne, und eine Art Aufwärtsspirale kommt in Gang.
Durch den Irankrieg haben ETFs im März so wenig Geld eingesammelt wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Selbst im April 2025, als US-Präsident Donald Trump mit Zolldrohungen gegen viele Staaten die Märkte schockte, hatten Investorinnen und Investoren unter dem Strich mehr Geld am europäischen ETF-Markt angelegt.
Wie aus einer Auswertung des Analysehauses Morningstar hervorgeht, warben in Europa aufgelegte ETFs und börsengehandelte Rohstoffe (ETCs), die etwa für Gold-Investitionen genutzt werden, netto 9,4 Milliarden Euro neues Anlegergeld ein. Im Januar und Februar war der Wert mit jeweils etwas mehr als 45 Milliarden Euro noch besonders hoch.
Die Ergebnisse spiegeln die Verunsicherung am Markt seit Beginn des Irankriegs Ende Februar wider. Der deutsche Leitindex Dax verlor zeitweise mehr als zehn Prozent, erholte sich am Mittwoch nach der Ankündigung der Waffenruhe teilweise. Sorgen vor einer höheren Inflation ließen die Renditen von Staatsanleihen steigen und deren Kurse fallen.
Nach Angaben des Immobiliendienstleisters JLL wurden in Deutschland im ersten Quartal 2026 Immobilien im Wert von 8,9 Milliarden Euro gehandelt – das entspricht einem Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Großteil der Verkäufe entfiel dabei auf den Sektor Gewerbeimmobilien, der rund zwei Drittel des Volumens ausmachte.
Mit einem Volumen von rund 2,1 Milliarden Euro seien Büroimmobilien die stärkste Assetklasse im Markt gewesen, rechnet der Immobiliendienstleister CBRE vor. Das Plus gegenüber dem ersten Quartal 2025 habe gut 60 Prozent betragen. Damit verzeichneten Büroimmobilien laut CBRE sowohl den höchsten Marktanteil als auch den größten absoluten Zuwachs.
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Was heute für Anleger wichtig ist
Märkte Asien: In Tokio legte der Nikkei-Index um 1,5 Prozent auf 56.729 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix blieb fast unverändert bei 3740 Zählern. Auch in China griffen die Anleger zu: Die Börse Shanghai gewann 0,8 Prozent auf 3998 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 1,3 Prozent auf 4626 Punkte.
Deutsche Inflation: Am Morgen veröffentlicht das Statistische Bundesamt die endgültigen Verbraucherpreise für März. Erwartet wird eine Teuerungsrate von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
US-Inflation: Am Nachmittag werden die US-Verbraucherpreise für März veröffentlicht. Analysten prognostizieren nach einem Februar-Wert von 2,4 Prozent einen deutlichen Anstieg auf 3,4 Prozent. Hintergrund dieses Preisdrucks sind insbesondere die Folgen des Irankriegs, der nachhaltige Schäden an der globalen Energie-Infrastruktur hinterlassen hat.
Russlands BIP: Um 18:00 Uhr werden die Daten zum russischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das Gesamtjahr 2025 und das vierte Quartal sowie die Verbraucherpreise für März veröffentlicht.
Sodexo-Zahlen: Der französische Catering-Dienstleister präsentiert seine Halbjahreszahlen. Analysten erwarten ein moderates Wachstum.
Milliarden Euro und mehr an Schäden haben Naturkatastrophen in der EU im Zeitraum von 1981 bis 2024 verursacht. Gleichzeitig ist der Versicherungsschutz weiterhin lückenhaft. Zumindest teilweise ändern könnte das ein gemeinsamer europäischer Mechanismus zur Risikoteilung.
Die besten Immobilienfonds, sortiert nach Performance drei Jahre. Datum: 10.04.2026
Fondsname / ISIN
Catella PaRhei Dutch Resid
DE000A1J3M01
Performance
Rücknahmepreis
Währung
14,95
14,16
EUR
Catella Cat.Scandia Chance
DE000A1JGCQ6
Performance
Rücknahmepreis
Währung
10,95
13,58
EUR
Catella Cat Dutch Resid II
DE000A2JJ1A1
Performance
Rücknahmepreis
Währung
8,44
10,91
EUR
Fondsname / ISIN
Deka Immo b Europa
DE0009809566
Performance
Rücknahmepreis
Währung
7,58
47,65
EUR
Fondsname / ISIN
Catella Multiten. Stiftung
DE000A1J3MZ0
Performance
Rücknahmepreis
Währung
7,06
12,53
EUR
Die Auswahl der Fonds erfolgt durch den Infront Funds Service.
Divid-Ende
Einmal Milliardär, immer Milliardär? Das US-Magazin „Forbes“ meldet regelmäßig, dass unzählige Milliardäre ihren Status verloren haben. Dennoch wächst die Klasse der Superreichen. Nur ihre Zusammensetzung bleibt in Bewegung. Woran liegt das?
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