der Verdacht auf massiven Insiderhandel im Umfeld US-amerikanischer Militärschläge sorgt derzeit für politische Erschütterungen. Auslöser sind hochdotierte Wetten auf fallende Ölpreise sowie punktgenaue Vorhersagen über Angriffszeiten auf Prognosemärkten wie Polymarket, die kurz vor offiziellen Entscheidungen Gewinne in Millionenhöhe generierten.
Während Senator Chris Murphy von „unfassbarer Korruption“ spricht, rückt die Frage nach der Integrität der Märkte in den Fokus: Es steht im Raum, dass Akteure interne Informationen über geopolitische Strategien nutzen, um sich an Termin- und Derivatemärkten systematisch zu bereichern. Die zuständige US-Aufsichtsbehörde CFTC steht dieser Entwicklung jedoch weitgehend machtlos gegenüber.
Experten wie der ehemalige Behördenleiter Timothy Massad warnen, dass die Behörde weder personell noch finanziell ausgestattet ist, um die rasant wachsenden Prognosemärkte und komplexen Rohstoffwetten effektiv zu überwachen. Da sich viele dieser Plattformen in einem regulatorischen Graubereich bewegen und die Spurenlage oft diffus bleibt, hinkt die Kontrolle der technischen und politischen Realität hinterher. Dies wirft grundlegende Fragen über die Durchsetzbarkeit von Fairness in der modernen Finanzwelt auf.
Commerzbank kritisiert Unicredit – und widerspricht deutlich
Im Übernahmekampf zwischen Unicredit und der Commerzbank verschärft sich der Ton. Das Frankfurter Institut reagierte mit deutlicher Kritik auf einen Prüfbericht der Italiener, in dem der Commerzbank eine Blockadehaltung vorgeworfen wurde. Unicredit behauptet, das öffentliche Übernahmeangebot sei lediglich die Folge einer „a priori bestehenden Weigerung“ der deutschen Seite gewesen, alternative Kooperationen konstruktiv zu diskutieren.
Die Commerzbank weist diese Darstellung entschieden zurück und wirft der Unicredit ihrerseits ein Vertrauensverhältnis schädigendes Vorgehen vor. Neben der Kritik an nicht abgestimmten Veröffentlichungen hält die Bank das italienische Angebot für finanziell unzureichend. Solange die Offerte keinen angemessenen Wert widerspiegele und die Gespräche nicht auf Augenhöhe stattfänden, bleibe eine einvernehmliche Lösung für das zweitgrößte deutsche Geldhaus derzeit ausgeschlossen.
Trotz der massiven Turbulenzen am deutschen Aktienmarkt, die den DAX im März auf ein neues Jahrestief drückten, setzen deutsche Spitzenmanager verstärkt auf die Erholung ihrer eigenen Konzerne. Eine exklusive Auswertung der Frankfurt School für das Handelsblatt belegt, dass Vorstände und Aufsichtsräte die zweistelligen Kursverluste gezielt für antizyklische Nachkäufe nutzten. Besonders bei Titeln mit überdurchschnittlich hohen Verlusten sahen Insider attraktive Einstiegschancen, was als Vertrauensbeweis in die langfristige Substanz der Unternehmen gewertet wird.
An der Spitze dieser Bewegung steht Ludwig Merckle, Großaktionär von Heidelberg Materials, der für rund 25,8 Millionen Euro Aktien zum Elfmonatstief erwarb. Ähnlich agierte CTS-Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg: Nach einem historischen Kurssturz infolge verhaltener Prognosen investierte er über seine Stiftung zehn Millionen Euro. Beide Investoren folgen damit einem bewährten Muster und nutzten das durch geopolitische Spannungen und Zollstreitigkeiten verursachte Markttief, um sich zu Kursen einzukaufen, die deutlich unter den Höchstständen des Vorjahres lagen.
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Chef der Volksbank Brawo
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue gegen Jürgen Brinkmann, den Vorstandschef der Volksbank Braunschweig-Wolfsburg (Brawo), sowie ein weiteres Vorstandsmitglied eingeleitet. Hintergrund sind zwei Strafanzeigen der Schweizer Firma Redstone, hinter der der Jitpay-Gründer Daniel Steinke steht. Die Behörde bestätigte die Einleitung der Verfahren, machte jedoch keine weiteren Angaben zu Details.
Im Kern steht der Vorwurf einer Bilanzmanipulation durch gezielte Kreditvergaben: Die Bank soll über ein Darlehen an die Beteiligungsgesellschaft Legacy Consulting den Erwerb wertloser Forderungen der insolventen Konzerntochter Jitpay Financial finanziert haben. Laut Anzeige besteht der Verdacht, dass die Vorstände damit versuchten, drohende Verluste aus der eigenen Bilanz auszulagern. Jitpay Financial, die sich vollständig im Besitz der Volksbank befand, hatte den Betrieb im Oktober 2025 eingestellt.
Der Dax präsentiert sich rund um die Osterfeiertage zwar gewohnt saisonstark und kletterte zum Wochenauftakt zeitweise auf ein Drei-Wochen-Hoch, doch die Stimmung unter den Privatanlegern ist am Boden. Laut des aktuellen Dax-Sentiment des Handelsblatts und des Analysehauses AnimusX klafft eine massive Lücke zwischen Kursentwicklung und Anlegervertrauen: Trotz der Zugewinne herrscht unter Investoren eine der schlechtesten Stimmungen der Börsenhistorie.
Dominiert wird das Marktgeschehen weiterhin von der volatilen Nachrichtenlage aus dem Nahen Osten. Während die Hoffnung auf eine Deeskalation die Kurse kurzzeitig stützt, sorgen die harte Rhetorik der Konfliktparteien und die Aussicht auf eine lange Kriegsdauer für anhaltende Unsicherheit. Diese geopolitischen Spannungen hinterlassen inzwischen deutliche Spuren in der Realwirtschaft: Sprunghaft gestiegene Inflationsdaten dämpfen den Optimismus der Anleger zusätzlich und lassen die jüngsten Kursgewinne wie ein fragiles Zwischenhoch wirken.
Handelsblatt Invest ist der neue Podcast für professionelle Investoren und ambitionierte Privatanleger. Astrid Dörner, Handelsblatt-Chefreporterin für Geldanlage und Märkte, spricht jede Woche mit internationalen Experten über die wichtigsten Trends an den Kapitalmärkten.
Ob Aktien, Anleihen, Krypto oder Rohstoffe – Handelsblatt Invest bietet echte Deep Dives statt nur Schlagzeilen. Damit auch Sie kommende Marktbewegungen früh erkennen – in Frankfurt, an der Wall Street und darüber hinaus. Immer mittwochs ab 3 Uhr kostenlos für alle Handelsblatt-Abonnenten. Jetzt reinhören.
Sie möchten sich Handelsblatt Invest auf Ihrer bevorzugten Plattform anhören? Hier entlang zu Spotify oderApple.
Was heute für Anleger wichtig ist
Märkte in Asien: Die Ankündigung einer mindestens zweiwöchigen Feuerpause im Iran-Krieg und die Öffnung der Straße von Hormus lösten ein Kursfeuerwerk an ostasiatischen Börsen aus. Der Nikkei-225 in Tokio sprang zu Handelsbeginn um 4,6 Prozent in die Höhe. Der breiter gewichtete Topix legte 3,1 Prozent zu. Südkoreas Leitindex Kospi eröffnete sogar 5,9 Prozent im Plus. Der Taiex-Index in der zweiten ostasiatischen Chiphochburg Taiwan stieg um 4,2 Prozent.
Evotec-Jahreszahlen: Das Hamburger Biotech-Unternehmen Evotec legt detaillierte Jahreszahlen vor. Seine Aktien haben auf Sicht von zwölf Monaten rund 13 Prozent nachgegeben. Von neun Analysten, deren Einschätzung der Finanzdienst LSEG beobachtet, empfehlen fünf die Aktien zum Kauf, vier raten zum Halten.
Delta-Quartal: Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs und der Anspannungen im Energiesektor stehen Fluggesellschaften aktuell besonders unter Druck. Delta Air Lines legt Zahlen für das erste Quartal vor. In den vergangenen zwölf Monaten haben die Aktien rund 80 Prozent zugelegt.
Volvo-HV: Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo lädt zur Hauptversammlung. Der Nutzfahrzeugmarkt gilt als wichtiger Konjunkturindikator für die globale Wirtschaft. Seine Aktien legten in den vergangenen zwölf Monaten 32 Prozent zu.
EU-Konjunktur: Für die Euro-Zone werden die Erzeugerpreise veröffentlicht. Sie messen die Preisentwicklung auf der Produktionsebene und gelten als Vorläufer für die Verbraucherpreisinflation. Es wird eine negative Entwicklung erwartet.
US-Geldpolitik: Am Abend wird in den USA das Protokoll der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed erwartet. Es gibt detaillierte Einblicke in die geldpolitischen Überlegungen der Fed.
Millionen Euro Kreditlinie hat Iwoca erhalten. Damit hat das deutsch-britische Fintech seine Refinanzierungslinie in den vergangenen zwei Jahren auf insgesamt 350 Millionen aufgestockt – ausschließlich für den deutschen Markt. Unter anderem kooperiert Iwoca mit der Commerzbank und dem Finanzdienstleistungs-Fintech Qonto.
Die besten Immobilienfonds, sortiert nach Performance drei Jahre. Datum: 08.04.2026
Fondsname / ISIN
Catella PaRhei Dutch Resid
DE000A1J3M01
Performance
Rücknahmepreis
Währung
14,95
14,16
EUR
Catella Cat.Scandia Chance
DE000A1JGCQ6
Performance
Rücknahmepreis
Währung
10,95
13,58
EUR
Catella Cat Dutch Resid II
DE000A2JJ1A1
Performance
Rücknahmepreis
Währung
8,44
10,91
EUR
Fondsname / ISIN
Deka Immo b Europa
DE0009809566
Performance
Rücknahmepreis
Währung
7,58
47,65
EUR
Fondsname / ISIN
Catella Multiten. Stiftung
DE000A1J3MZ0
Performance
Rücknahmepreis
Währung
7,06
12,53
EUR
Die Auswahl der Fonds erfolgt durch den Infront Funds Service.
Divid-Ende
Egal ob Taylor Swift, BTS oder Billie Eilish – die Künstler sind beim weltgrößten Musikkonzern Universal Music Group (UMG) unter Vertrag. Die Firma mit Sitz im niederländischen Hilversum wird von Kalifornien aus gesteuert und kontrolliert rund ein Drittel des weltweiten Musikrechtemarkts. Nun will der US-Investor Bill Ackman Universal für rund 55,75 Milliarden Euro übernehmen. Ob der Deal Realität wird, hängt vor allem
von einer französischen Milliardärsfamilie ab.
Wie zufrieden sind Sie mit dem heutigen Newsletter?
Mit Handelsblatt Meine News können Sie unserer Berichterstattung zu den Themen folgen, die Sie am meisten interessieren.
Spannende Podcasts und Wirtschaftsnachrichten zum Anhören finden Sie hier.
Fügen Sie bitte die E-Mail-Adresse finance.briefing@redaktion.handelsblatt.com Ihrem Adressbuch oder der Liste sicherer Absender hinzu. Dadurch stellen Sie sicher, dass unsere Mail Sie auch in Zukunft erreicht.
Weitere hilfreiche Informationen zu unseren Newslettern finden Sie in unserem FAQ. Informationen zum Datenschutz finden Sie
hier. Informationen zur Barrierefreiheit können Sie
hier einsehen.