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Samstag, 05.09.2026
Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,
bloß nicht zynisch werden! Das ist, ehrlich gesagt, eine der größten Herausforderungen meines Jobs. Wir Journalistinnen und Journalisten beschäftigen uns ständig mit allem, was schiefläuft auf der Welt. Mit der Wirtschaft, die durch immer neue Krisen strauchelt. Der Erde, die immer heißer wird. Oder der Wahl an diesem Wochenende, bei der die AfD ernsthafte Chancen darauf hat, zum ersten Mal einen Ministerpräsidenten in einem deutschen Bundesland zu stellen.
Wer da noch ans Gute glaubt, muss ein Träumer sein, oder?
Ich sage: Und wenn schon.
Träume sind der Grundstein für alles, was gut läuft auf der Welt. Ohne Träume gäbe es keine Innovation, keine Kunst, keine wirksame Zivilgesellschaft. Es gäbe kein Penicillin, keine Mona Lisa, kein Wahlrecht für Frauen. Wäre doch schade, oder?
Klar, träumen allein reicht nicht. Ich höre Sie schon sagen: Man muss auch machen! Doch mit dem Machen, das ist mein Eindruck, haben wir in Deutschland weniger Probleme. Wir machen viel, zum Beispiel Regeln, Pläne, lange Meetings. Vor allem machen wir manchmal ein bisschen zu gerne so weiter wie bisher – siehe die Autoindustrie. Das Machen selbst ist also nicht das Problem. Nur mit dem Träumen vorher, da hapert es.
Ob Frank Kohler von seinem Umfeld schon mal als Träumer bezeichnet wurde, weiß ich nicht. Sicher ist aber, dass er beides kann, groß träumen und Dinge umsetzen. Kohler, Chef der Sparda-Bank Berlin, ist Teil unserer Handelsblatt-Serie „Zukunftsgestalter“, in der wir über Unternehmen berichten, die mit alten Strukturen, Traditionen und Arbeitsweisen brechen und sich neu erfinden.
Der Manager hat genau das gemacht: einen Umbruch angestoßen, der für seine konservativ geprägte Branche revolutionär ist. Er hat den kompletten Aufbau seiner Bank neu geordnet, Standorte mit Cafés und Coworking-Spaces ausgestattet und Beschäftigten völlig neue Rollen verpasst. Getraut hat er sich das wohl auch deswegen, weil sein Traum von einer gänzlich neuartigen Bank größer war als alle Bedenken.
Auf mögliche Hürden, Probleme oder Risiken zu kommen, ist leicht. Um Hoffnungswerte zu entdecken, muss man genauer hinsehen. Das wollen wir beim Handelsblatt für Sie tun – auch in dieser Wochenend-Ausgabe.
Ich wünsche Ihnen ein Wochenende mit kühnen Träumen.
Herzliche Grüße
Ihre
Julia Beil
Stv. Ressortleiterin Wochenende & Report
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Veränderung ist schwer, besonders für Banken. Die Branche ist hochgradig reguliert und konservativ geprägt. Frank Kohler ist das egal: Er verpasst seiner Sparda-Bank Berlin gerade eine völlig neue Struktur und Strategie. Was er damit bezwecken will, was das für seine Belegschaft bedeutet und was andere Unternehmen von dieser Transformation mitten in Ostdeutschland lernen können, hat Franziska Telser aufgeschrieben.
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