US-Finanzminister Scott Bessent steht dieser Tage unter Druck wie keiner seiner Vorgänger seit der Weltfinanzkrise vor knapp 20 Jahren. Der 64-Jährige muss Investoren so hohe Zinsen bieten wie seit Jahrzehnten nicht, damit sie ihm weiter riesige Defizite im Haushalt finanzieren.
Mit 40 Billionen Dollar hat der Schuldenstand der USA vor einer Woche eine symbolisch aufgeladene Schwelle durchbrochen. Mehr als ein Viertel dieser Summe haben allein die beiden Amtszeiten von Präsident Trump angehäuft, der ja eigentlich den Staat schlanker und effizienter gestalten wollte. Stattdessen hat er, nicht zuletzt durch seinen Krieg im Iran und seine als „Big Beautiful Bill“ beschönigten Steuersenkungen, die Voraussetzungen für einen weiteren Schuldenschub geschaffen.
An den Märkten schwindet der Glaube, dass sich die Trump’sche Mischung aus Kriegsabenteuern, Inflation und Steuererleichterungen für Gutverdiener noch zu einem ökonomisch plausiblen und fiskalisch disziplinierten Gesamtbild fügen wird. Die Quittung: Mit einem Ausverkauf am Anleihemarkt haben Investoren die Renditen von US-Staatsanleihen teils auf die höchsten Stände seit Jahrzehnten getrieben. Das Misstrauen entlädt sich auch über andere Kanäle: Investoren stoßen den Dollar ab. Unerwartet erholt sich der Goldpreis.
Auch der Bitcoin gibt ein Comeback.
Aus der Not heraus nimmt Bessent es mit seinem wichtigsten Verbündeten im Schuldenrausch auf: den Märkten. Er hangelt sich von einem Markteingriff zum nächsten. An die Stelle seriöser Finanzpolitik tritt die Kunst der Improvisation. Mit seinem Interventionismus setzt er die Stabilität des mit Abstand größten Bondmarktes aufs Spiel – und riskiert kaum absehbare Folgen für den Rest der Welt.
Helaba: Gewerbeimmobilien sorgen für Probleme. (Foto: Arne Dedert/dpa)
Helaba-Gewinn bricht ein
Es ist ein Halbjahresergebnis, das nicht den Erwartungen der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) entspricht: Das Institut muss für die ersten sechs Monate 2026 einen herben Gewinnrückgang hinnehmen. Der Vorsteuergewinn brach gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 60 Prozent auf 194 Millionen Euro ein.
Probleme zeigten sich vor allem im Geschäft mit Gewerbeimmobilien. In der Immobiliensparte verzeichnete die Helaba einen Verlust von 26 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2025 war es noch ein Vorsteuergewinn von 106 Millionen Euro gewesen.
Zur Begründung verwies Helaba-Vorstandschef Thomas Groß auf mehr Homeoffice sowie die gestiegenen Zinsen, die zu weniger Transaktionen führen würden. Für das Gesamtjahr senkte die Frankfurter Landesbank ihre Prognose auf ein Vorsteuerergebnis von 500 Millionen Euro. Zuvor hatte die Helaba mit 600 bis 700 Millionen Euro gerechnet.
Das vorläufige Insolvenzverfahren über die Centrum Development wird voraussichtlich Ende September in ein reguläres Verfahren übergehen. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Mitarbeiterkreisen der Nachfolgegesellschaft des Projektentwicklers Centrum-Gruppe des Düsseldorfer Unternehmers Uwe Reppegather. Einzelne Vorhaben des Projektentwicklers könnten weiterlaufen. Für eine Minderheit dürfte es aber auch in diesem Szenario noch mit der Arbeit an einzelnen Projekten weitergehen.
Die Centrum Development ist eine Art Nachfolgegesellschaft der Centrum-Gruppe, die jahrelang zu den prägendsten Projektentwicklern in deutschen Innenstadt- und Premiumlagen zählte. Gründer und langjähriger Kopf des Netzwerks ist der Düsseldorfer Immobilienunternehmer Uwe Reppegather. Er sitzt seit Monaten in Untersuchungshaft.
Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin zieht 2028 vom Frankfurter Stadtrand ins Zentrum. „Die Bafin wird ihren Frankfurter Standort im Jahr 2028 ins RAW, den Bürocampus im Europaviertel, verlegen“, sagte ein Sprecher der Behörde dem Handelsblatt. Damit bestätigte er entsprechende Informationen der Zeitung.
Bei dem Gebäude handelt es sich um die frühere Hauptverwaltung der Deutschen Bahn in der Nähe des Hauptbahnhofs, die umgangssprachlich „Bahnpyramide“ genannt wird. Das denkmalgeschützte Gebäude war bis zum Umzug der Deutschen Bahn nach Berlin Sitz ihrer Hauptverwaltung und bis 2021 unter anderem Zentrale des Vorstandsbereichs Personenverkehr. Anschließend wurde es über mehrere Jahre saniert und modernisiert.
Das Handelsblatt analysiert regelmäßig die Berichte der 1000 größten institutionellen Vermögensverwalter – ein Datenbestand mit Hunderttausenden Positionen in Aktien, Anleihen und Derivaten. Mitte August gingen die jüngsten Meldungen für das zweite Quartal 2026 bei der SEC ein.
Viele Marktteilnehmer sehen in diesen Offenlegungen eine seltene Gelegenheit, die Strategien jener Finanzprofis zu erkennen, die als besonders einflussreich und erfolgreich gelten. Die aktuelle Analyse zeigt nicht nur, auf welche Branche die Profi-Investoren zuletzt ganz besonders setzten. Sondern auch, warum SpaceX-Anleger mit Sorge auf die kommenden Monate blicken sollten.
Handelsblatt Invest ist derPodcast für professionelle Investoren und ambitionierte Privatanleger. Astrid Dörner, Handelsblatt-Chefreporterin für Geldanlage und Märkte, spricht jede Woche mit internationalen Experten über die wichtigsten Trends an den Kapitalmärkten.
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Was heute für Anleger wichtig ist
Märkte Asien: In Tokio legte der Nikkei-Index um 0,8 Prozent auf 66.683 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix notierte 0,9 Prozent höher bei 4152 Zählern. Der Shanghai Composite gewann 0,1 Prozent auf 3962 Punkte. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten chinesischen Unternehmen an den Festlandbörsen stagnierte dagegen bei 4626 Punkten.
BYD-Zahlen: BYD öffnet in der Nacht seine Bücher und präsentiert Zahlen zum zweiten Quartal. Die Aktie des chinesischen E-Auto-Marktführers läuft derzeit eher seitwärts, da der operative Gewinn nach jahrelangem Wachstum eine Delle erlebte. Analysten rechnen aber mit steigenden Gewinnen in den kommenden Jahren.
Japan: In Tokio sind die Kernverbraucherpreise im August um 1,8 Prozent gestiegen. Dies schürte die Erwartung einer baldigen Zinserhöhung durch die japanische Notenbank. Im Juli stiegen die Verbraucherpreise in der japanischen Hauptstadt im Vergleich zum Vormonat um 1,3 Prozent.
Deutsche Konjunktur: Wichtige Konjunkturdaten kommen auch aus Deutschland: zum einen die Entwicklung der Außenhandelspreise im Juli, zum anderen Daten zum Arbeitsmarkt. Bei der Arbeitslosenquote für August rechnen Experten mit 6,4 Prozent.
Europäische Konjunktur: Aus ganz Europa kommen Konjunkturdaten, so etwa aus Finnland, Frankreich und Schweden, wo das Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal veröffentlicht wird.
Deutsche Unternehmen: Außerdem treffen sich die Aktionäre zweier deutscher Unternehmen – dem Kryptounternehmen Bitcoin Group und Vermögensverwalter MPC Capital – zur Hauptversammlung.
Millionen Dollar kostet den US-Finanzinvestor KKR die Beilegung eines zivilrechtlichen Kartellverfahrens. Das Unternehmen soll in mehreren Fällen Unterlagen zurückgehalten haben. Es handelt sich um die bislang höchste Strafe wegen Verstößen gegen diese Meldepflichten.
Die besten Rentenfonds, sortiert nach Performance drei Jahre. Datum: 28.08.2026
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„Es ist in Ordnung, kein Karriereziel zu haben“, sagt die die Londoner Neurowissenschaftlerin Anne-Laure Le Cunff. Sie forscht über den Weg zu Erfolg und mehr Produktivität. Statt sich große Ziele zu setzen, rät sie zu einer anderen Strategie.
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