die Verbraucherpreise sind im Augustwieder schneller gestiegen: Waren und Dienstleistungen waren laut einer aktuellen Schätzung des Statistischen Bundesamts durchschnittlich um 2,9 Prozent teurer als im August des vergangenen Jahres. Im Juli lag die Inflation bei 2,8 Prozent, im Juni bei 2,4 Prozent.
Die Renditen für die von Investoren viel beachteten zehnjährigen deutschen Staatsanleihen erreichten daraufhin ein 15-Jahres-Hoch. Sie notierten erstmals seit 2011 über 3,3 Prozent. Dahinter steckt die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen erhöhen wird, um die Inflation einzudämmen.
Der Irankrieg und der weitgehend unterbrochene Öltransit durch die Straße von Hormus halten die Spritpreise auf hohem Niveau. Dazu kommen weitere belastende Faktoren: Niedrigwasser und Dürre, Mehrkosten für Arzneimittel, Kostendruck bei Konsumgütern und Nervosität an den Gasmärkten. Experten rechnen damit, dass die Teuerung in den kommenden Monaten zeitweise wieder über drei Prozent steigen wird, so wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren.
Europas Wachstumsfirmen fehlt es oft an mutigen Finanzierungsrunden und das bremse nicht nur die Innovationskraft, sondern gefährde auch die Wettbewerbsfähigkeit, sagt NRW-Bank-Chefin Gabriela Pantring im Interview mit dem Handelsblatt. Das größte Landesförderinstitut hat etwa 800 Millionen Euro in Beteiligungskapital investiert, davon 402 Millionen Euro in Wagniskapital.
In der frühen Phase funktioniere die Finanzierung der europäischen Start-ups inzwischen ordentlich, sagt Pantring. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland über 3000 Jungunternehmen gegründet. Das eigentliche Problem beginne jedoch danach: in den späten Wachstumsrunden, wo es schnell um 50, 100, bis zu 200 Millionen Euro geht.
In den USA stecken 930 Milliarden Euro in Wagniskapitalfonds, in Europa 150 Milliarden. Um diesen Abstand zu verkleinern, müssten wir „unser eigenes Kapital besser mobilisieren“. Heute werden rund 55 Prozent der Finanzierungen für europäische Start-ups aus europäischen Quellen gestemmt. In den USA kommen 70 Prozent von heimischen Investoren, so Pantring. „Diese Lücke müssen wir schließen.“
Singapur: KI-Umbau in der Finanzindustrie ohne Jobverlust
In Singapur soll ein Pakt zwischen Staat, Banken und Gewerkschaften verhindern, dass KI-Anwendungen in der Finanzindustrie zu Massenentlassungen führen. Zum Einsatz kommen dabei zum Teil staatlich organisierte und mitfinanzierte Weiterbildungs- und Umschulungsprogramme, die bei den großen Banken des Stadtstaates jeden einzelnen Mitarbeiter erreichen sollen.
Für Singapur steht viel auf dem Spiel: Unter den einheimischen Erwerbstätigen ist in der südostasiatischen Metropole fast jeder Zehnte im Finanzsektor beschäftigt. Die Bankmitarbeiter sorgen für den Wohlstand vieler Familien, denn sie verdienen im Durchschnitt mehr als die Beschäftigten jeder anderen Branche.
Während die US-Bank Morgan Stanley damit rechnet, dass bis 2030 allein in Europas Banken wegen des KI-Einsatzes rund 400.000 Stellen wegfallen könnten, schwören Regierungsvertreter in Singapur die lokalen Banken seit Monaten darauf ein, auf Stellenstreichungen zu verzichten.
Wer übernimmt die Kosten fürs Pflegeheim? (Foto: Getty Images [M])
Wann Kinder fürs Pflegeheim der Eltern haften
Pflegeheime sind teuer: Im Juli 2026 lag der Eigenanteil für eine zu pflegende Person bundesweit bei durchschnittlich 3364 Euro monatlich. Wenn die Eigenmittel erschöpft sind, springt das Sozialamt ein. In NRW beispielsweise erhielt 2023 bereits ein Drittel bis die Hälfte der Pflegeheimbewohner „Hilfe zur Pflege“ vom Sozialamt.
In vielen Fällen versuchen die Ämter, die Kinder der Pflegebedürftigen in die Pflicht zu nehmen. Die Behörden gehen dabei forsch vor. „Mitunter schreiben die Sozialämter die Kinder direkt an und fragen nach deren finanziellen Verhältnissen, ohne dass die Voraussetzungen für einen Auskunftsanspruch bereits erfüllt sind“, berichtet Thomas Franz, Fachanwalt für Sozialrecht bei der Kanzlei Plagemann.
Für Familien lohnt es sich in jedem Fall, die geltenden Regeln genau zu kennen. Ein neues Urteil des Bundesfinanzhofs schränkt jetzt den Spielraum der Sozialämter bei der Rückforderung von Schenkungen ein.
An schlechten Nachrichten besteht seit Monaten kein Mangel. Dennoch sind viele Investoren optimistisch für Deutschland. Darunter die Asset Manager Bantleon und DWS sowie die Privatbank M.M. Warburg. Sie alle haben gute Argumente auf ihrer Seite – denn es gibt Zeichen für einen Aufschwung, auch wenn viele Dax-Anleger die manchmal übersehen.
Die Konjunkturdaten beispielsweise weisen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung hin. So stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkt stärker als erwartet. Das klingt bescheiden, aber: Wenn man das BIP-Wachstum wie in den USA mit einer auf das Gesamtjahr hochgerechneten Rate ausweisen würde, hätte es laut DWS im zweiten Quartal annualisiert bei 1,2 oder sogar 1,3 Prozent gelegen.
Unter den Frühindikatoren fiel zudem der Ifo-Geschäftsklimaindex positiv auf. Vor allem Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Dienstleistungen, Einzelhandel und dem Bauhauptgewerbe zeigen sich zuversichtlicher.
Zwar haben sich Kapitalausstattung, Liquidität und Risikoqualität der deutschen Banken seit der Finanz- und Staatsschuldenkrise deutlich verbessert, doch im Vergleich mit anderne europäischen Geldhäusern werden die Schwächen der heimischen Banken deutlich. Das zeigt eine neue Studie der Beratung Bearingpoint, die die Entwicklung europäischer Institute seit 2013 untersucht.
Bei der Rentabilität beispielsweise hängt Deutschland hinterher. Die Eigenkapitalrendite der deutschen Institute lag 2025 bei 8,6 Prozent, verglichen mit 10,4 Prozent im europäischen Durchschnitt. In Südeuropa und den nordischen Ländern erreichen die Banken Werte zwischen 14 und 15,4 Prozent.
Für den Rückstand machen die Experten von Bearingpoint unter anderem die spezielle Marktstruktur verantwortlich. Das traditionelle Drei-Säulen-System aus Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Privatbanken sei zwar in der Gesellschaft tief verankert, belaste aber die Effizienz, weil es „Fixkosten bindet, die sich nicht ohne Weiteres über Skaleneffekte verteilen lassen“.
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Was heute für Anleger wichtig ist
Märkte in Asien: An den asiatischen Börsen hielten sich die Anleger zurück. Die Nervosität vor den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten, die den Weg für eine baldige Zinserhöhung ebnen könnten, belastete die Stimmung zusätzlich. In Japan nähert sich die Rendite der zehnjährigen Anleihen der Marke von drei Prozent, einem seit einer Generation nicht mehr gesehenen Niveau.
Einzelhandel: Um 8 Uhr werden die deutschen Einzelhandelsumsätze im Monat Juli veröffentlicht. Sie gelten als Indikator für die Verbraucherausgaben. Analysten rechnen mit einem leichten Zuwachs um 0,4 Prozent, während die Umsätze im Juni noch um 1,1 Prozent gefallen waren.
Einkaufsdaten: Um 9.55 Uhr wird der deutsche Einkaufsmanagerindex für den deutschen Dienstleistungssektor im Monat August veröffentlicht. Er gilt als einer der einflussreichsten Wirtschaftsindikatoren. Analysten erwarten, dass der Index bei 54,1 Punkten verharrt und damit weiter über der entscheidenden 50-Prozent-Schwelle liegt, die Wachstum signalisiert.
Inflation Eurozone: Um 11 Uhr legt Eurostat die Schnellschätzung zur Inflation im Monat August vor. Erwartet wird ein leichter Anstieg von 2,9 auf 3,3 Prozent, wobei die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel unverändert bei 2,5 Prozent liegen sollte.
Einkaufsdaten USA: Um 16 Uhr veröffentlicht das Institute for Supply Management den ISM Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe für den Monat August. Der Frühindikator soll Ökonomen zufolge weiterhin bei gut 55 Punkten liegen.
Arbeitsmarkt USA: Ebenfalls um 16 Uhr gibt das US Bureau of Labor Statistics die Jolts Stellenangebote im Juli bekannt. Zuletzt lagen sie bei 7,4 Millionen und sollten nur leicht sinken.
Milliarden Euro haben ausländische Unternehmen 2025 in Deutschland investiert, ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das zeigt eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln auf Basis neuer Bundesbank-Daten.
Die besten Mischfonds, sortiert nach Performance drei Jahre. Datum: 01.09.2026
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In Korea tobt ein einzigartiger Konflikt: Atlas, ein humanoider Roboter der Hyundai-Tochter Boston Dynamics, soll Aufgaben in den Hyundai-Fabriken übernehmen, die heute Menschen erledigen. Die Gewerkschaft verlangte Mitsprache, und legte die Werke lahm. Experten sehen darin den Beginn eines historischen Arbeitskampfs.
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