die Inflation ist im April in Deutschland und weiteren Euro-Ländern erneut angestiegen. Dennoch dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer heutigen Zinssitzung zunächst von einer Zinsanhebung Abstand nehmen.
Laut Statistischem Bundesamt verteuerten sich Waren und Dienstleistungen hierzulande im Jahresvergleich um 2,9 Prozent. Dies markiert den höchsten Stand seit Anfang 2024. In Spanien kletterte die Teuerungsrate überraschend von 3,4 auf 3,5 Prozent, in Belgien sogar von 2,2 auf 4,3 Prozent, da dort die Gehälter an die Inflationsentwicklung gekoppelt sind.
Damit zeichnet sich ab, dass der Preisauftrieb in der Eurozone weiter zugenommen hat. Volkswirte erwarten eine Inflationsrate zwischen 2,9 und 3,0 Prozent. Im März hatte die Teuerung bei 2,6 Prozent gelegen, im Februar bei 1,9 Prozent. Das Statistikamt Eurostat legt seine Erstschätzung drei Stunden vor dem EZB-Zinsentscheid vor.
Der Bankenausschuss des US-Senats hat für Kevin Warsh als neuen Fed-Chef gestimmt. Damit ist der Weg für den von US-Präsident Donald Trump nominierten Kandidaten an die Spitze der Notenbank wohl frei.
Sämtliche dreizehn Republikaner, die mit 13 zu 11 Mitgliedern die Mehrheit im Ausschuss stellen, stimmten für Warsh. Die elf demokratischen Ausschussmitglieder votierten gegen ihn. Dass die Demokraten im Ausschuss geschlossen gegen Warsh votieren würden, hatte sich im Vorfeld angedeutet.
Nach seiner Anhörung im Bankenausschuss vergangene Woche hatten sie ihm vorgeworfen, zahlreiche Fragen nicht eindeutig oder vollständig beantwortet zu haben. Elizabeth Warren, ranghöchste Demokratin im Ausschuss, erklärte, die Abstimmung hätte nicht zu diesem Zeitpunkt erfolgen dürfen. Warsh hatte sich beispielsweise nicht zum laufenden Verfahren gegen Fed-Mitglied Lisa Cook positioniert.
Die US-Notenbank Federal Reserve hält an ihrem derzeitigen Zinsniveau fest und belässt die Leitzinsen in der Bandbreite von 3,5 bis 3,75 Prozent. Dies gab die Fed nach einer Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) bekannt, der über die Geldpolitik entscheidet.
Börsianer hatten mit dem erneuten Stillstand gerechnet. Elf der zwölf Mitglieder des Gremiums stimmten für die Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus. Ausschließlich der von US-Präsident Donald Trump nominierte Stephen Miran plädierte für eine Zinssenkung.
Höchst außergewöhnlich und in jüngerer Zeit selten war jedoch die ausgeprägte Uneinigkeit über den zukünftigen geldpolitischen Kurs der Notenbank. Fed-Vorsitzender Jerome Powell und die Mehrheit der Entscheider votierten nicht nur für unveränderte Leitzinsen, sondern auch dafür, im offiziellen Statement eine vorsichtige Tendenz in Richtung einer lockereren Geldpolitik anzudeuten.
Arbeiter bei der Dachdämmung (Foto: imago/Rainer Weisflog)
Neue EU-Auflagen für Wohnimmobilien
In wenigen Wochen werden EU-weit erstmals neue Energieausweise für Gebäude ausgegeben. Damit verändert sich auch in Deutschland die Einstufung der Energieeffizienz von Wohnimmobilien grundlegend. Grundlage ist die EU-Gebäuderichtlinie EPBD (Energy Performance of Buildings Directive), die bis Ende Mai in nationales Recht überführt sein sollte.
Ob dies rechtzeitig gelingt, ist ungewiss. Sicher ist jedoch: Auch wenn der Gesetzgeber die Frist verfehlt, bringen die neuen Vorschriften erhebliche Veränderungen für den Immobilienmarkt. Denn die neuen Energieausweise werden künftig stärker als bisher über Finanzierungskonditionen, Vermarktungschancen und Wertentwicklung von Immobilien entscheiden.
Die Zahlen erscheinen zunächst erdrückend. In den letzten 50 Jahren gingen in den Vereinigten Staaten 241 Unternehmen mit einem Börsenwert von mindestens zehn Milliarden Dollar an die Börse. In Europa gelang dies lediglich 14 Firmen.
Auf diese Diskrepanz macht EQT, die in Schweden börsennotierte Private-Equity- und Venture-Capital-Gesellschaft mit einem verwalteten Vermögen von 270 Milliarden Euro, in einer aktuellen Studie zum europäischen Technologiemarkt aufmerksam.
Die Lücke bei Kapital, Risikobereitschaft und Ambition behindere Europas Aufholprozess im globalen Technologiewettbewerb, mahnen die EQT-Partner Matthias Wittkowski und Victor Englesson im Handelsblatt-Gespräch. Dennoch erkennen sie erste Anzeichen für einen Wandel. „Es ist möglich und machbar, die nächsten globalen Technologieführer in Europa aufzubauen", betonen die beiden Manager.
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Was heute für Anleger wichtig ist
Märkte in Asien: In Tokio gab der Nikkei-Index 1,0 Prozent auf 59.305 Punkte nach. Der Topix notierte 1,5 Prozent niedriger bei 3715 Zählern. Die Börse Shanghai blieb derweil fast unverändert bei 4106 Stellen. Der CSI-300-Index stieg um 0,2 Prozent auf 4803 Punkte. Südkoreas Kospi erreichte dagegen ein Rekordhoch.
EZB: Die Europäische Zentralbank entscheidet über den Leitzins in der Euro-Zone. Der Einlagensatz liegt seit Mitte 2025 bei 2,0 Prozent. Die mit dem Irankrieg rasant gestiegenen Energiepreise nähren Sorgen vor einer Stagflation im Euro-Raum.
Euro-Inflation: Kurz vor dem EZB-Entscheid veröffentlicht das europäische Statistikamt Eurostat am Vormittag die Schnellschätzung für die Inflation in der Euro-Zone. Laut der DZ-Bank rechneten Analysten zuletzt im Schnitt damit, dass die Verbraucherpreise im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,0 Prozent gestiegen sind.
Konjunkturdaten: Das Statistische Bundesamt veröffentlicht ebenso am Vormittag seine Schnellschätzung zum Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal. Auch aus den USA werden derweil neue Zahlen zum Wirtschaftswachstum erwartet.
Dax-Bilanzen: Volkswagen stellt seine Ergebnisse für das erste Quartal vor. Es ist nicht der einzige Dax-Konzern, der heute vorlegt: Auch von BASF, DHL und MTU Aero Engines werden Ergebnisse erwartet.
Apple: In den USA stellt Apple am Abend Quartalszahlen vor. Vergangene Woche hatte der Tech-Konzern angekündigt, dass Tim Cook seinen Posten des Konzernchefs nach 15 Jahren abgibt. Sein Nachfolger wird John Ternus.
Prozent – um diesen Wert stieg die Nachfrage nach physischem Gold im ersten Quartal. Noch nie investierten Anleger in einem Dreimonatszeitraum so viel Kapital in Gold. In US-Dollar gerechnet erreichte die Nachfrage nach dem physischen Edelmetall 193 Milliarden, wie aktuelle Daten des Branchenverbands World Gold Councils (WGC) belegen.
Die besten Aktienfonds, sortiert nach Performance drei Jahre. Datum: 30.04.2026
Fondsname / ISIN
Henderson Glob TecLea A2 USD
LU0070992663
Performance
Rücknahmepreis
Währung
133,78
311,51
USD
Union Lux UniSec. High Tech.
LU0101441672
Performance
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Währung
123,09
337,39
EUR
Deka Technologie CF
DE0005152623
Performance
Rücknahmepreis
Währung
117,20
117,96
EUR
Fondsname / ISIN
Hend.Gartmo Sust Fut Tech A2$
LU2342242398
Performance
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Währung
111,03
16,89
USD
Fondsname / ISIN
UBS Lux Digital St. US Eq
LU1651323518
Performance
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Währung
99,01
248,07
EUR
Die Auswahl der Fonds erfolgt durch den Infront Funds Service.
Divid-Ende
Die Preise für edle Tropfen sind in den vergangenen drei Jahren gefallen. Nun sorgte eine millionenschwere Versteigerung in New York für Aufsehen. Unter den versteigerten Flaschen befand sich ein Pinot Noir des Weinguts Domaine de la Romanée-Conti aus dem Jahrgang 1945. Mit einem Zuschlag von 812.000 Dollar, umgerechnet etwa 700.000 Euro, ist sie die teuerste Einzelflasche aller Zeiten. Henrik Maaß vom Investmenthaus Liquid Grape erläutert im Podcast, welche Bedeutung dieser Rekordverkauf für den Markt hat.
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