Metamorphose einer Marke | Chinas junge Aussteiger | Steve Ballmers Selbstdemontage
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Samstag, 12.09.2026
Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,
ein probates Mittel, der Wirklichkeit für einen Augenblick zu entrinnen, ist das Theater. Ganz gleich, ob Tragödie oder Komödie: Wenn der Schnürmeister den Vorhang hebt, öffnen sich die Köpfe des Publikums für neue Erfahrungswelten. Das Drama nimmt seinen Lauf – Ausgang offen.
Gerade bietet sich für uns ein politisches Schauspiel sondergleichen, für das wir noch nicht einmal auf einem Theaterstuhl Platz nehmen müssen. Oder erinnern Sie die Ereignisse in Magdeburg und Berlin gerade nicht an schlechtes Theater? Ich erwischte mich diese Woche einige Male bei dem Gedanken, dass der Schnürmeister den Vorhang da im falschen Moment gehoben hat. Das können die Darsteller doch nicht wirklich so vorführen wollen.
Vorhang auf in Sachsen-Anhalt – und schon stehen da zumeist populistische Möchtegern-Helden auf der Bühne und versprechen dem Publikum Heil und Wohl von geradezu phantasmagorischer Ausprägung. Mit geschliffenen Parolen und verfänglicher Semantik durchsetzen sie den Geist der Schaulustigen. Will ich das wirklich sehen?
Vorhang auf in Berlin – da haben die Darsteller sich wohl noch nicht ganz sortiert. Man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, dass der Schnürmeister vom politischen Gegner korrumpiert wurde. Gibt er doch den Blick auf die Spielfläche stets im ungünstigsten Moment frei. Mal stehen die falschen Protagonisten auf der Bühne, mal sind sie nicht textsicher, selten handeln sie so wie im Skript vorgesehen. Ja, mitunter drängt sich der Eindruck auf, es gebe gar kein Skript. Wo ist die Regie?
Schnell kommt einem der Begriff der Laienschauspieltruppe in den Kopf. Auch solche Aufführungen können durchaus unterhaltsam sein, in diesem Fall jedoch ist das Sujet zu wichtig, als dass ein unprofessioneller Umgang damit zur Freude gereichen sollte.
Wie sieht er aus, der nächste Akt? Die Hoffnung bleibt, dass es nicht der letzte sein wird – und wir doch noch auf ein Happy End hinsteuern.
Ihnen wünsche ich jedenfalls ein Wochenende, an dem sich der Vorhang im richtigen Moment hebt.
Reformen, die eine Expertenkommission erarbeitet und die die Regierung als Gesamtkunstwerk präsentiert. Ein Kanzler, der klare Kante verspricht und dann Kompromisse schließen muss. Eine Opposition, die das Verhandeln grundsätzlich verweigert. Ökonom Nils Goldschmidt beschreibt in seinem neuen Buch, wie all das zusammenhängt. Sven Prange hat mit ihm gesprochen.
Die junge Generation ist in weiten Teilen bereit, den sich zunehmend zu ihren Lasten verschiebenden Generationenvertrag aufzukündigen. Diese neue deutsche Disruption verknüpft zwei bislang zu oft vernachlässigte Themen: das Unbehagen der Jugend an den politischen Angeboten der Mitte und die Auswanderung als Teil des Migrationsphänomens. Die Mitte muss liefern – und sie kann das noch, schreibt Stefan Kolev in seinem Essay.
Chinas Aufstiegsversprechen bröckelt. Immer häufiger kündigen junge Menschen dort ihren Job ohne Aussicht auf einen neuen. Warum tun sie das und welche Folgen hat das für China? Unsere Korrespondentin Sabine Gusbeth ist ins Idyll des chinesischen Dali gereist und hat mit jungen Aussteigern gesprochen.
Der Mittelständler Accurec aus Krefeld ist bislang das einzige Unternehmen in Europa, das Lithium aus „schwarzer Masse“ recyceln kann. Dabei geht es nicht um ein obskures Material aus dem All, sondern um die ganz irdischen Überbleibsel aus Batterien jedweder Provenienz. Was die besondere Strategie von Accurec ist, hat Isabelle Wermke in Krefeld recherchiert.
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Gestartet als günstige Eigenmarke der Drogeriemarktkette dm ist Balea heute weit mehr als Duschgel für 55 Cent. Balea, das heißt nun auch: koreanische Skincare, medizinisch angehauchte Gesichtspflege, eine „Professional“-Haarserie. Anna Westkämper beschreibt die Verwandlung der Marke und die damit verbundenen Chancen und Risiken.
Der langjährige Microsoft-Chef, der seit seinem Ausscheiden im Jahr 2014 den Basketballklub Los Angeles Clippers besitzt, zerstört gerade sein Image als seriöser Unternehmer. Die Liga NBA hat Ballmer für ein Jahr gesperrt und zur Zahlung von 30 Millionen Dollar verdonnert. Die Hintergründe kennt mein Kollege Sönke Iwersen.
Mehr als 90 Prozent der Unternehmenslenker im Osten sagen, dass die Demokratie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Da müsste der öffentlich geäußerte Unmut über den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt eigentlich lauter ausfallen. Warum das nicht der Fall ist, erklärt IW-Forscher und Politikwissenschaftler Knut Bergmann im Interview.
Seit der Veröffentlichung des KI-Chatbots ChatGPT Ende 2022 ist die Zahl der Stellenanzeigen auf der Job-Plattform Indeed um 37 Prozent zurückgegangen. Dabei brauchen Unternehmen für immer mehr Stellen Menschen mit KI‑Kompetenz. Wie das zusammenpasst und in welchen Branchen und Jobs KI-Kompetenz besonders aussichtsreich ist, weiß Lina Knees.
Wichtige Kennzahlen wie die Vermietungsquote, die Mieteinnahmen und der Nettogewinn sehen gut aus. Weshalb also hat die Vonovia-Aktie in den vergangenen sechs Monaten fast 30 Prozent an Wert eingebüßt? Ulf Sommer nennt in seiner Kolumne nicht nur die Gründe, sondern wagt auch einen Ausblick.
Viele Privilegierte befinden sich in einem Dilemma: Wenn man annimmt, dass alle anderen ihr Vermögen in mutmaßliche Sicherheit bringen, tut man es auch, nur weil man nicht der Einzige sein möchte, der es nicht tut. Aber die Demokratie, in der unsere Kinder leben sollen, braucht nicht das Verstecken von Geld, sondern seine Nutzung für ihre Interessen, schreibt Kolumnist Felix Oldenburg.
Männer haben es auch nicht immer leicht. Das müssen wir Frauen wohl anerkennen. Tradierte Rollenbilder brechen in sich zusammen, die Männer müssen heute andere und vor allem auch mehr Rollen ausfüllen, als sie das früher gewöhnt waren. Aber soll das jetzt ein Grund sein, warum sie vermehrt in den Rechtsextremismus abdriften? Im Video der Woche erklärt Nell Rubröder die Hintergründe.
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Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes und die Publizistin, Unternehmerin und Professorin Miriam Meckel die wichtigsten Themen aus Wirtschaft, Technologie und Politik. Sie geben freitags ungefiltert Einblick in ihre Woche, markieren Aufreger und Hoffnungsträger und wagen den Ausblick, was kommende Woche wichtig wird. Meckel & Matthes, ein Handelsblatt-Podcast: aktuell, persönlich, meinungsstark.
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